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Lehrgang zur akademischen Atempädagogin bzw. zum akademischen Atempädagogen

 

 auf Grundlage der Middendorf-Methode
 4-semestrig, berufsbegleitend in Wien
 Co-Leitung: Norbert Faller und Margarete Edelsbrunner-Pretterhofer

Video über den Fachhochschul-Lehrgang zur akademischen Atempädagogin bzw. akademischen Atempädagogen –  2 Min. 23 Sek.
 

Atempädagoginnen bzw. Atempädagogen arbeiten ganzheitlich, ressourcenorientiert, fördern Gesundheit, bilden Persönlichkeit und stärken den kreativen Ausdruck.

Der berufsbegleitende Lehrgang Atempädagogik der fh gesundheit umfasst sieben Module, die in vier Semestern durchlaufen werden und 60 ECTS Credits entsprechen. Abschluss: Akademische Atempädagogin bzw. Akademischer Atempädagoge.

 Lehrgangsstruktur

Der nächste Lehrgang wird am 2. September 2021 in Wien beginnen.

 Bewerbung und Zugangsvoraussetzungen

Berufsbild – Wie sieht Ihr Beruf als Atempädagogin und Atempädagoge aus?

Als Atempädagogin und Atempädagoge agieren Sie ganzheitlich und ressourcenorientiert.

Sie sind einerseits Expertin bzw. Experte in der Förderung eines freien und flexiblen Atems. Sie wenden dafür vielfältige, gezielte atempädagogische Interventionen wie Achtsamkeit, Berührung, Bewegung, Druck, Stimme und den Atem selbst an. Sie fördern damit die Widerstandskräfte und Selbstregulationsprozesse von Menschen und unterstützen sie, eigenverantwortlich ihre Gesundheit zu pflegen. Andererseits sind Sie Expertin bzw. Experte im Umgang mit dem Atem als Ausdruck und Spiegel des ganzheitlichen Befindens der Menschen. Über das Fördern des ganzheitlichen Erlebens des Atems verdeutlichen und stärken Sie die individuellen Talente und Potenziale der Menschen und ermutigen sie, diese im beruflichen und privaten Umfeld umzusetzen und damit ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln.

Als Atempädagogin und Atempädagoge können Sie somit in den Bereichen

  • Gesundheitsförderung,
  • komplementäre Krankheitsbehandlung,
  • Persönlichkeitsbildung und
  • Kunst

vielseitig tätig sein.

Die meisten Absolventinnen und Absolventen dieses Lehrgangs nutzen ihre erworbene Expertise in Atempädagogik im Sinne einer Erweiterung oder Spezialisierung in ihrer schon bestehenden beruflichen Tätigkeit (siehe auch Qualifikationen). Einige üben ihre atempädagogische Tätigkeit in Form von Einzel- und Gruppenunterricht hauptsächlich in eigener Praxis und/oder auf Honorarbasis in Institutionen und Firmen aus (selbständig Tätige müssen sich nur als „Neue Selbständige“ bzw. „Neuer Selbständiger“ bei der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen (SVS) und beim Finanzamt anmelden – es bestehen keine weiteren berufsrechtlichen Vorgaben). Bislang arbeiten wenige im Angestelltenverhältnis in Einrichtungen des Gesundheitswesens, Bildungsinstitutionen und Hochschulen.

Ganzheitliche Atempädagogik hat sich mit nachhaltigem Erfolg zur Gesundheitsförderung, Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung, im Alter, im Büro, zur Entspannung, Stimmentlastung/-kräftigung, Schwangerschaftsbegleitung und Geburtsvorbereitung bewährt. Auch in Zusammenarbeit mit ÄrztInnen oder anderen VertreterInnen von Gesundheitsberufen bewirkt Atempädagogik bei Asthma, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), Stress, Trauma und Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS), Fehlbelastungen, Fehlhaltungen und Rückenschmerzen, chronischen Schmerzen unterschiedlicher Ursachen, hohem und niedrigem Blutdruck, Schlafstörungen, Depressionen und Ängsten deutliche Verbesserungen.

Atempädagogik lässt sich deshalb gut einbeziehen in:

  • Gesundheits-, Fitness-, Gymnastik- und Sportangebote in Krankenhäusern, Kliniken, Kurbetrieben, Thermen, Wellnesshotels, Fastenpensionen usw.
  • die Gesundheitsförderung in Betrieben, Schulen, Erwachsenenfortbildungsstätten und Volkshochschulen
  • Bewegungs-/Bewusstseinslehren (z. B. Feldenkrais, Yoga, Ismakogie, Gymnastik)
  • Stressbewältigungsseminare, Entspannungstrainings und Meditationsseminare
  • Management-Trainings (Stressbewältigung, Entspannung, ganzheitliche Fitness, Leistungsförderung, Körperhaltung/ Körpersprache, Stimm-/Sprechtraining)
  • Schwangerschaftsbegleitung - Geburtsvorbereitung
  • die Behandlung von Atemerkrankungen/-störungen
  • Physiotherapie (z. B. in die Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparates und von Schmerzsyndromen)
  • Beratung (z. B. Menschen in Krisen)
  • Sprech- und Stimmtherapie und -erziehung/-training
  • Psychotherapie und psychosomatische Behandlung
  • Tanztherapie, Körpertherapien (z. B. Bioenergetik), Selbsterfahrungsgruppen
  • die Betreuung von Senioren und Behinderten (Aktivierung, Mobilisierung und Vitalisierung)
  • die Ausbildung und die künstlerische Arbeit von Schauspielern, Musikern, Tänzern und Sängern

Inhalte – Was erwartet Sie im Studium?

Unser Anspruch wird es sein, Sie mit umfassenden Qualifikationen auf Fachhochschulniveau auszustatten, welche sowohl fachliche als auch sozialkommunikative Kompetenzen und Selbstkompetenzen beinhalten. Wir wollen dabei einen kritisch reflektierten Zugang zu persönlichen Erfahrungen, Wissensinhalten und anspruchsvollen Problemstellungen ermöglichen.

In den Modulen Atem-Selbsterfahrung und Didaktik 1 – 4 lernen Sie auf der Basis von Selbsterfahrung, Klientinnen und Klienten empathisch und fachkundig zu begleiten und die zentralen Interventionen der atempädagogischen Tätigkeit – Achtsamkeit, Berührung, Bewegung, Druck, Stimme, Atem und integrierendes Gespräch – in vielfältiger Weise anzuwenden. Darüber hinaus werden Sie befähigt, auf die Bedürfnisse und Anliegen von Klientinnen und Klienten abgestimmte Unterrichtseinheiten in beiden Anwendungsbereichen – einzeln und in Gruppen – zu entwickeln und zu erteilen. Sie lernen dafür auch atempädagogische Befunde in den Kriterien Körperbild, Atembild, Autonomes Nervensystem und Persönlichkeit zu erheben. Zudem entwickeln Sie wichtige Selbstkompetenzen, die durch selbständiges Üben in Arbeitsgruppen, dem Halten von Lehrproben bis hin zu selbständig geführtem Gruppen- und Einzelunterricht unter Supervision in zwei Praktika weiter gefördert werden.

Praxisrelevante Kenntnisse in Anatomie, Psychologie und Pathologie aus den Modulen Bezugswissen 1 – 3 geben Ihnen zusätzliche Sicherheit in Ihrem praktischen Handeln und qualifizieren Sie für Austausch und Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen.

In jedem Semester absolvieren Sie in den einzelnen Lehrveranstaltungen schriftliche, mündliche oder praktische Prüfungen oder verfassen Sie Hausarbeiten. Am Ende des Lehrgangs gibt es keine weiteren größeren Prüfungen wie eine schriftliche Abschlussarbeit o. Ä.

Zielgruppen – Welche Qualifikationen und Interessen sollten Sie mitbringen?

Sofern Sie in einem der unten angeführten Bereiche beruflich tätig sind und/oder über berufliche Qualifikationen in diesen Bereichen verfügen oder ausreichend viel persönliche Erfahrungen in diesen Bereichen nachweisen können, könnte der akademische Lehrgang Atempädagogik für Sie interessant sein:

  • Gesundheitsförderung und Prävention, z. B. GesundheitstrainerInnen
  • Bewegung, z. B. Gymnastik-LehrerInnen, Yoga-LehrerInnen, Qi Gong-LehrerInnen, Tai Chi-LehrerInnen, Pilates-TrainerInnen, Feldenkrais-LehrerInnen
  • Sport, z. B. SportwissenschaftlerInnen
  • Entspannung, z. B. TrainerInnen für Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Funktionelle Entspannung
  • Medizin und Therapie, z. B. ÄrztInnen, PhysiotherapeutInnen, LogopädInnen, ErgotherapeutInnen, (Körper-)PsychotherapeutInnen, PsychologInnen, MusiktherapeutInnen, Hebammen, MasseurInnen, medizinisch-technische Fachkräfte
  • Pflege, z. B. Gesundheits- und KrankenpflegerInnen, PalliativpflegerInnen
  • Sozialbetreuung, z. B. AltenbetreuerInnen, BehindertenbetreuerInnen
  • Bildung und Persönlichkeitsentwicklung, z. B. PädagogInnen, LehrerInnen, Vortragende, TrainerInnen, Coaches
  • Beratung, z. B. PsychologInnen, Lebens- und SozialberaterInnen
  • Stimmbildung und Stimmtraining, z. B. GesangslehrerInnen, StimmbildnerInnen/Vocal Coaches, ChorleiterInnen
  • Kunst, Musik und Kreativität, z. B. MusikerInnen, SängerInnen, SchauspielerInnen, TänzerInnen
  • Menschen mit besonderer persönlicher Eignung (z. B. Besuch mehrerer Kurse in diesen Bereichen, viel Selbsterfahrung o. Ä.)

die folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Mindestalter 25 Jahre
  • ausreichend zeitliche Ressourcen und physische sowie psychische Belastbarkeit
  • Besuch eines Kurses und einer Einzelstunde in Atempädagogik auf Grundlage der Middendorf-Methode (kostenpflichtig, Details siehe www.fhg-tirol.ac.at)

Wir empfehlen zusätzlich:

  • mindestens ein Jahr an facheinschlägiger Berufserfahrung
  • eine lehrgangsbegleitende haupt- oder nebenberufliche Erwerbstätigkeit, in der Sie Ihre erworbenen Kenntnisse unmittelbar praktisch anwenden können
  •  

    Weitere Informationen finden Sie auch:

     
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