Telefon Sprechzeit Mo. bis Do. 12:00 – 13:00h    +43 699 12381056
×

Warnung

You must use an API key to authenticate each request to Google Maps Platform APIs. For additional information, please refer to http://g.co/dev/maps-no-account

Für AtempädagogInnen: Atempädagogik bei Trauma – Intro | Gröbenzell bei München (D)

Kalender
Fortbildungen
Datum
Fr, 30. Apr 2021 17 :00 - So, 2. Mai 2021 13 :00
Ort

Beschreibung

Atempädagogik bei Trauma – Intro
Fortbildung für AtempädagogInnen

Diese Fortbildung vermittelt grundlegende Kenntnisse über Trauma und die atempädagogische Arbeit mit traumatisierten Menschen, mit denen jede/r AtempädagogIn vertraut sein sollte. Sie ist zudem Voraussetzung für die Teilnahme an der ab 2021 stattfindenden, mehrteiligen Weiterbildung zum Thema ​und soll der Entscheidungsfindung dafür dienen.

Trauma entsteht durch ein extrem belastendes und/oder lebensbedrohliches Ereignis, das Furcht, Hilflosigkeit und Entsetzen auslöst. Dabei entstehen unmittelbare natürliche Stressreaktionen wie Steigerung von Blutdruck, Herzschlag und Atemfrequenz zur Mobilisierung aller Energiereserven. Können die mobilisierten Energien nicht verbraucht werden, bleiben sie im Nervensystem gespeichert und verursachen vielfältige physische sowie psychische Störungen. Bei traumatisierten Menschen, die das Trauma nicht aufgearbeitet haben, zeigen sich vielfach z. B.: Bereiche, die sich in einer Konstriktion befinden; Einschränkungen der Atmung bis hin zu Atemerkrankungen usw.; Kontrolle – auf geistiger und Gefühlsebene; Zurückhaltung, Abspaltung und Schwankungen von Gefühlen; fehlende Sicherheit, was sich häufig im Kontaktverhalten äußert usw.

Atempädagogische Interventionen wollen und können genau das Gegenteil ermöglichen – Weit-Werden, freien Atemfluss, Auflösen von Kontrolle, Fördern von Fluss, Fähigkeit zu Kontakt usw. Deshalb zieht Atempädagogik auch entsprechende KlientInnen an und sollten AtempädagogInnen mit dem Thema vertraut sein und Möglichkeiten sowie Grenzen der atempädagogischen Arbeit mit diesem Klientel kennen. Zudem können bei traumatisierten Menschen das Wecken von Empfindungen direkt zu traumatischen Erfahrungen führen oder bewährte Übungen eine andere, nicht angenehme Wirkung hervorrufen – weitere wichtige Gründe, warum AtempädagogInnen mehr über das Thema Trauma und über einen qualifizierten Umgang damit wissen sollten.

In dieser Fortbildung befassen wir uns vor allem theoretisch mit Trauma und seinen Auswirkungen und besprechen Möglichkeiten, Schwierigkeiten und Grenzen in der atempädagogischen Arbeit mit traumatisierten Menschen. Zudem werden wir auch praktische Übungen auf Grundlage der Middendorf-Methode ausführen, die mit Elementen des Somatic Experiencing® SE nach Peter Levine verknüpft werden und bei der Arbeit mit traumatisierten KlientInnen besonders hilfreich sind.

Nach dieser Fortbildung verfügen Sie über ein grundlegendes Verständnis folgender Themen, können sie Ihren KlientInnen erläutern und in Ihren atempädagogischen Interventionen berücksichtigen:
  • die Definition von Trauma
  • die Unterscheidung von Schocktrauma und emotionalem Trauma
  • die Funktionen und Reaktionen des autonomen Nervensystems (ANS)
  • Polyvagal-Theorie, speziell hinsichtlich Sicherheit (Neurozeption)
  • Trauma als physiologisches Phänomen – die Überraschungsreaktionen, der Reizreaktionszyklus, die Gefahrenreaktionen
  • das Spurenlesen von Reaktionen des ANS – z. B. Zeichen von Wohlbefinden, Erregung/Aktivierung, Dissoziation und Entspannung
  • mögliche Folgen eines traumatischen Ereignisses
  • die Wechselwirkungen von Trauma und Atem
  • der Zusammenhang von Empfindung und Trauma
  • die speziellen Möglichkeiten der Atempädagogik bei der Auflösung von Trauma
  • die Grundprinzipien der middendorfschen Atemlehre, die speziell in der Arbeit mit traumatisierten Menschen hilfreich sind
  • wann und warum bei traumatisierten Menschen beste atempädagogischen Übungen nicht im eigentlichen Sinne wirken, sondern gegensätzlich bzw. nicht förderlich
  • die speziellen Haltungen in der Arbeit mit traumatisierten Menschen – Einstimmung auf sich selbst/Selbstanbindung, Einstimmung auf die KlientInnen und Koregulation
  • spezielle verbale Begleitung in der Arbeit mit traumatisierten Menschen
  • die verschiedenen Erfahrungsebenen – Empfindungen, Sinneseindrücke/Bilder, Impulse/Bewegungen/Haltungen, Stimmungen/Gefühle und Bedeutungen/Erkenntnisse
  • die Bedeutung von Hier und Jetzt sowie Orientierung
  • das sogenannte „titrierte“ – langsame und wohldosierte – Arbeiten
  • verschiedene Möglichkeiten zum Stabilisieren
  • die Bedeutung von Ressourcen bei Trauma
  • das sogenannte „Pendeln“ – der Wechsel zwischen der Arbeit mit Ressourcen und Trauma
  • die Bedeutung von Grenzen bei Trauma
  • Erste Hilfe nach einem traumatischen Ereignis
Bonus: Sie erhalten ein 50-seitiges Skriptum mit den Inhalten dieser Fortbildung.

Teilnahmebedingungen: Ausbildung in Atempädagogik/-therapie mit Gruppen- und Behandlungsarbeit oder langjährige Erfahrung
Fortbildungszeiten: Freitag 17:00 – 20:00 Uhr, Samstag 10:00 – 13:00 und 15:00 – 18:00 Uhr und Sonntag 10:00 – 13:00 Uhr
Fortbildungsort: Triveni Zentrum, Breslauer Straße 15, 82194 Gröbenzell, Deutschland
Fortbildungsbeitrag: 250,– EUR. KollegInnen, die diese Fortbildung (Teil 1/Einführung) schon einmal besucht haben und gerne wiederholen möchten, zahlen den halben Fortbildungsbeitrag, d. h. 125,– EUR. Bitte den Kursbeitrag erst ab 2. April an Norbert Faller, Verwendungszweck: Kurstitel überweisen.
Anmeldung Online
Teilnehmerzahl: mind. 8 und max. 20 Personen
Anmeldeschluss: 2. April 2021
Bei der Verwendung dieser Website stimmen Sie Cookies zu – weitere Informationen zum Datenschutz