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Zweijährige Weiterbildung: Atempädagogik bei Trauma

 

Intro

In diesem Einführungs-Wochenende werden grundlegende Kenntnisse über Trauma und die atempädagogische Arbeit mit traumatisierten Menschen vermittelt, mit denen jede Atempädagogin bzw. jeder Atempädagoge vertraut sein sollte.

Es ist zudem Voraussetzung für die Teilnahme an der ab Februar 2024 zum zweiten Mal stattfindenden, mehrteiligen Weiterbildung zum Thema und soll der Entscheidungsfindung dafür dienen. Sie erhalten ein 50-seitiges Skriptum mit den Inhalten dieses Intros. Termine und detaillierte Inhalte für das Intro finden Sie unter dem Link Fortbildung.
 
 

Struktur der zweijährigen Weiterbildung

Zeitlicher Rahmen

Die Weiterbildung dauert zwei Jahre und beinhaltet sechs aufeinander aufbauende Module an sechs Wochenenden; sie umfasst insgesamt 12 Tage mit 84 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten.

Lernmethoden

    • Vorträge, Powerpoint- und Videopräsentationen
    • Wahrnehmungs-, Achtsamkeits- und Bewegungsübungen sowie nonverbales und verbales Erforschen eigener Erfahrungen
    • Praktische Demonstrationen im Gruppensetting und im Einzelsetting auf dem Hocker und der Liege
    • Strukturierte Übungseinheiten in Kleingruppen oder zu zweit
    • Begleitende Aufgaben, Selbststudium anhand der Skripten, empfohlener Literatur und Videos und Intervision mit Übungssitzungen

Skripten

Zur Vor- und Nachbereitung der Wochenenden werden zu den jeweiligen Inhalten Skripten in PDF-Form zugesandt.

Abschluss – Zertifkat

Nach Absolvierung aller sechs Module/Wochenenden wird ein Weiterbildungs-Zertifikat ausgehändigt.
 
 

Inhalte

In der zweijährigen Weiterbildung werden wesentliche Informationen über Trauma und vielfältige atempädagogische Interventionen für die Arbeit mit traumatisierten Menschen vermittelt.

Trauma entsteht durch ein extrem belastendes und/oder lebensbedrohliches Ereignis, das Furcht, Hilflosigkeit und Entsetzen auslöst. Dabei entstehen unmittelbare natürliche Stressreaktionen wie Steigerung von Blutdruck, Herzschlag und Atemfrequenz zur Mobilisierung aller Energiereserven. Können die mobilisierten Energien nicht verbraucht werden, bleiben sie im Nervensystem gespeichert und verursachen vielfältige physische sowie psychische Störungen. Bei traumatisierten Menschen, die das Trauma nicht aufgearbeitet haben, zeigen sich vielfach z. B.: Bereiche, die sich in einer Konstriktion befinden; Einschränkungen der Atmung bis hin zu Atemerkrankungen usw.; Kontrolle – auf geistiger und Gefühlsebene; Zurückhaltung, Abspaltung und Schwankungen von Gefühlen; fehlende Sicherheit, was sich häufig im Kontaktverhalten äußert usw.
 
Atempädagogische Interventionen wollen und können genau das Gegenteil ermöglichen – Weit-Werden, freien Atemfluss, Auflösen von Kontrolle, Fördern von Fluss, Fähigkeit zu Kontakt usw. Deshalb zieht Atempädagogik auch entsprechende Klientinnen bzw. Klienten an und sollten Atempädagoginnen bzw. jeder Atempädagogen mit dem Thema vertraut sein und Möglichkeiten sowie Grenzen der atempädagogischen Arbeit mit diesem Klientel kennen. Zudem können bei traumatisierten Menschen das Wecken von Empfindungen direkt zu traumatischen Erfahrungen führen oder bewährte Übungen eine andere, nicht angenehme Wirkung hervorrufen – weitere wichtige Gründe, warum Atempädagoginnen bzw. jeder Atempädagogen mehr über das Thema Trauma und über einen qualifizierten Umgang damit wissen sollten.
 

Inhalte des 1. Moduls/Wochenendes: Verbale Begleitung

In diesem Modul steht die verbale Begleitung im Mittelpunkt, die bei einigen atempädagogischen/-therapeutischen Methoden wenig geschult und genutzt wird. Besonders bei traumatisierten Menschen ist es wichtig, sich auch verbal Informationen über deren Prozess einzuholen, um diesen gut regulieren zu können und Überwältigung zu vermeiden. Obwohl Geist und Verhalten (Atem) sich beeinflussen, sind sie trotzdem zwei unterschiedliche Phänomene. Gedanken können nicht erkannt werden, wenn sie nicht mitgeteilt werden (Damasio 2002). Verbale Begleitung ermöglicht aber auch, unbewusste Inhalte ins Bewusstsein zu heben und Erfahrungen sowohl auszubreiten und zu vertiefen als auch zu integrieren. Und nicht zuletzt hält verbale Kommunikation bei der Aufarbeitung von Trauma – besonders auch wenn körperorientiert gearbeitet wird – den ventralen Vagus und damit die soziale Verbundenheit aktiv. Folgende Arten verbaler Begleitung werden vermittelt und in atempädagogischen Settings geübt:
  • Das verbale Begleiten des Prozesses durch offene Fragen, die das Empfinden ansprechen. Dadurch erhalten wir detaillierte Informationen über die aktuelle Befindlichkeit und den Prozess der Klientinnen bzw. Klienten. Daraufhin können wir die Angebote verfeinern oder verändern, Dissoziation rechtzeitig erkennen usw.
  • Das exakte Wiederholen der wichtigsten Worte. Durch das Wiederholen genau derselben Worte der Klientinnen bzw. Klienten stellen wir verbal Kontakt zu ihren wesentlichsten Erfahrungen und Aussagen her. Wir wiederholen meist nicht ganze Sätze, sondern nur die wichtigsten Worte. Oft äußern sie sich daraufhin die Klientinnen bzw. Klienten vertiefend zu einer Erfahrung, gelangen dadurch zu neuen Aspekten einer Erfahrung oder zur nächsten Erfahrung.
  • Das Ausbreiten von Ressourcen und positiven Erfahrungen durch das Ansprechen der verschiedenen Erfahrungsebenen (SIBAM).
  • Sogenannte Kontaktaussagen, die eine Situation, ein aktuelles Geschehen, Befinden oder Erleben bei den Klientinnen bzw. Klienten ansprechen. Durch Kontaktaussagen können wir Kontakt aufnehmen z. B. mit dem Körper, der Muskulatur, dem Atem, einer Reaktion des autonomen Nervensystems, der Lebendigkeit, einem Impuls, dem inneren Kind, den Gefühlen, dem Inhalt einer Aussage, mit Gewohnheiten u. v. m. Kontaktaussagen sind wichtige Interventionen, um einen bewusstseins- und entwicklungsfördernden Prozess zu initiieren, in Gang zu halten und zu vertiefen. Sie stellen Kontakt her, vermitteln Mitgefühl und Verständnis, halten in der Erfahrung, machen Unbewusstes bewusst, vertiefen Bewusstsein und laden zur Kommunikation ein.
  • Das Erfragen von Bedeutung z. B. bei einer Berührung: „wenn die Hände Worte hätten, was würden sie dir sagen?“
  • Sonden – dies sind Experimente, die darauf angelegt sind, etwas Automatisches und Unbewusstes ins Bewusstsein zu bringen. Sonden sind einfache Sätze, die vielfach auf Kernüberzeugungen von Menschen abzielen und folgendermaßen lauten – „was passiert, wenn Du folgenden Satz hörst: „…“
  • Psycho-Information – durch sie können wir bei Bedarf den Sinn und Nutzen bestimmter angewandter Interventionen erklären und Klient*innen durch Erläuterungen helfen, ihre Reaktionen besser zu verstehen.
  • Unser Selbsterleben anbieten – als Atempädagog*innen erleben wir in der Arbeit mit Klient*innen vielfach Körperempfindungen, Bilder, Impulse, Gefühle und Gedanken, die denen der Klient*innen entsprechen, aber denen evtl. noch unbewusst sind. Um sie ins Gewahrsein zu bringen, können wir sie ihnen anbieten.
 

Inhalte des 2. Moduls/Wochenendes: Aufbau und Funktionen des dreieinigen Gehirns", Erfahrung, verschiedene Erfahrungselemente (SIBAM), Orientierung sowie Hier und Jetzt und Einführung in die Themen Kopplungsdynamiken, Ressourcen, der Neutrale Pol, Resilienz, Titrieren und Pendeln

Diese Themen sind in der Arbeit mit traumatisierten Menschen elementar wichtig und werden in diesem Modul im Mittelpunkt stehen und in den weiteren Modulen kontinuierlich vertieft:
  • Kenntnisse von dem Aufbau und den Funktionen des „dreieinigen Gehirns“ (Konzept von Paul D. MacLean) sind für das Verständnis für die Entstehung und Lösung von Trauma sehr wichtig.
    Wir schauen uns ein Video von Dan Siegel an, in dem er sein Handmodell vom Gehirn und anhand dessen die verschiedenen Gehirnbereiche, deren Funktionen und Interaktionen vorstellt, besprechen wann, warum und wie wir bottum-up-processing oder top-down-processing in der Arbeit mit traumatisierten Menschen nutzen, mit welchen Interventionen wir welche Gehirnbereiche ansprechen u. v. m.
  • Als Erfahrung wird das Erlebnis eines Menschen in Form eines von ihm selbst erlebten und damit selbst wahrgenommenen Ereignisses – in diesem Kontext speziell von einem potentiell traumatisierenden Ereignisses – bezeichnet. Erfahrungen können bewusst (symbolisiert) oder unbewusst sein.
    Wir erörtern auf welchen Gehirnebenen Erfahrungen geschehen, welche Bedeutung die Symbolisierung von Erfahrungen hat, wie die Realität von Erfahrungen – vor allem wenn sie in sehr frühem Lebensalter geschehen – überprüfbar sind, wie verschiedene Therapie-Methoden Erfahrungen kategorisieren und entsprechend damit arbeiten u. v. m.
  • Verschiedene Erfahrungselemente und -ebenen (SIBAM) – unser alltägliches Erleben kann in fünf Erfahrungselemente auf drei Gehirnebenen unterteilt werden, nämlich Sensation/Empfinden, Image/Bilder und Sinneseindrücke, Behavior/Verhalten, Affect/Gefühle, Meaning/Bedeutung. Die jeweilgen Anfangsbuchstaben der fünf englischen Bezeichnungen ergeben das Akronym SIBAM.
    Wir werden besprechen und praktisch üben, wie wir die fünf Erfahrungselemente in unserer atempädagogischen Arbeit ansprechen können sowie zum Ausbreiten und Vertiefen von Erfahrungen und zum Titrieren nutzen können.
  • Um im Hier und Jetzt sein und in Kontakt treten zu können, bedarf es Orientierung und Sicherheit. Orientierung ist für jeden Menschen grundlegend wichtig. Es ist für die meisten Menschen ein derart gewohnter Prozess, dass er meist unbewusst geschieht und gar nicht bewusst wahrgenommen wird. Orientieren ist Aufgabe des Nervensystems. Es ermöglicht ein Bezogen-Sein im Hier und Jetzt. Dadurch entsteht Offenheit, Interesse, Neugierde und Achtsamkeit. Und das Orientieren und bewusste Wechseln ins Hier und Jetzt kann immer, wenn nötig, zum Stabilisieren genutzt werden.
    Wir werden besprechen und praktisch üben, wie und wann wir das Hier und Jetzt sowie Orientierung speziell in der atempädagogischen Arbeit mit traumatisierten Menschen nutzen.
Folgende Themen werden in diesem Modul schon angesprochen und im nächsten und weiteren Modulen kontinuierlich vertieft:
  • Kopplungsdynamiken beschreiben Möglichkeiten, wie die einzelnen Erfahrungselemente bzw. -ebenen präsent und untereinander verbunden sind – z. B. sinnvoll gekoppelt, überkoppelt oder unterkoppelt und geben Hinweise auf mögliche Ursachen.
  • „Ressourcen sind Kraftquellen, die den Menschen unterstützen, sich auf die große Vielfalt der im Leben auftretenden Situationen und Anforderungen kontinuierlich einzustellen sowie angemessen und wirksam zu reagieren. Sie sind Grundlage für Wohlbefinden, Lebendigkeit und Kreativität. Sie helfen, Veränderungen anzugehen und Neues zu wagen“ (Faller 2019).
  • Der neutrale Pol ist etwas, das weder positiv noch negativ „geladen“ ist und kann sowohl im Körper (ein Körperbereich) als auch außerhalb (z. B. ein Gegenstand) sein. Er beinhaltet meist größere Stabilität als Ressourcen, da er wertfrei und konfliktfrei ist und wird daher vielfach als sehr entlastend erlebt.
  • „Unter Resilienz wird die Stärke eines Menschen verstanden, widrige Lebensbedingungen ohne anhaltende psychische, körperliche oder soziale Beeinträchtigungen zu meistern“ (Mergenthaler 2012) und die Fähigkeit, sich an Veränderungen anzupassen und sich neu erfinden können.
  • Titrieren im Sinne von wohldosierten Interventionen ist in der Arbeit mit traumatisierte Menschen sehr wichtig – weniger ist bei traumatisierten Menschen meist mehr. Weil bei einem traumatischen Ereignis zu viel, zu heftig, zu schnell und zu plötzlich passiert ist („Trauma ist eine Art von Explosion im Nervensystem“ Peter A. Levine), gilt es eine Wiederholung desselben zu vermeiden.
  • Beim Pendeln geht es um ein Wechseln bzw. Hin- und Herbewegen zwischen Expansion/Ressource oder Neutralem und Kontraktion/traumatischer Erinnerung/Problem. Durch Pendeln kommt ein Prozess in Gang und Energie wird in Fluss und Bewegung gebracht.
 

Inhalte des 3. Moduls/Wochenendes: Reaktionen des Nervensystems – Tracking/Spuren lesen und Wege der Selbst- und Co-Regulierung – sowie Vertiefen der Themen Kopplungsdynamiken, Ressourcen, der neutrale Pol, Resilienz, Titrieren und Pendeln

An diesem Wochenende steht die Regulation des Nervensystems mit Hilfe von atempädagogischen Interventionen unter Berücksichtigung der Polyvagal-Theorie im Mittelpunkt und dabei werden die Themen Kopplungsdynamiken, Ressourcen, Resilienz und des Neutralen, Titrieren und Pendeln vertieft.
 
Ausführlichere Beschreibungen zum Arbeiten mit Reaktionen des Nervensystems folgen demnächst.
  • Kopplungsdynamiken beschreiben Möglichkeiten, wie die einzelnen Erfahrungselemente bzw. -ebenen präsent und untereinander verbunden sind – z. B. sinnvoll gekoppelt, überkoppelt oder unterkoppelt und geben Hinweise auf mögliche Ursachen.
    Wir werden besprechen und praktisch üben, wie sinnvolle Verbindungen zwischen Erfahrungselementen gefördert, Über- und Unterkopplungen gelöst werden können und worauf dabei zu achten ist.
  • „Ressourcen sind Kraftquellen, die den Menschen unterstützen, sich auf die große Vielfalt der im Leben auftretenden Situationen und Anforderungen kontinuierlich einzustellen sowie angemessen und wirksam zu reagieren. Sie sind Grundlage für Wohlbefinden, Lebendigkeit und Kreativität. Sie helfen, Veränderungen anzugehen und Neues zu wagen“ (Faller 2019).
  • Weil Ressourcen „positiv geladen“ sind, irgendwann an ihre Grenzen stoßen und dann „kippen“ können, kann es hilfreich sein zusätzlich zu Ressourcen mit einem „neutralen Pol“ zu arbeiten. Der neutrale Pol ist etwas, das weder positiv noch negativ „geladen“ ist und kann sowohl im Körper (ein Körperbereich) als auch außerhalb (z. B. ein Gegenstand) sein. Er beinhaltet meist größere Stabilität als Ressourcen, da er wertfrei und konfliktfrei ist und wird daher vielfach als sehr entlastend erlebt.
  • „Unter Resilienz wird die Stärke eines Menschen verstanden, widrige Lebensbedingungen ohne anhaltende psychische, körperliche oder soziale Beeinträchtigungen zu meistern“ (Mergenthaler 2012) und die Fähigkeit, sich an Veränderungen anzupassen und sich neu erfinden können.
    Wir werden immer wieder in den Übungssequenzen darauf achten, die Resilienz der Klient*innen aber auch bei uns als Atempädagog*innen zu erkennen und zu beachten.
  • Titrieren im Sinne von wohldosierten Interventionen ist in der Arbeit mit traumatisierte Menschen sehr wichtig – weniger ist bei traumatisierten Menschen meist mehr. „Trauma ist eine Art von Explosion im Nervensystem“ (Peter Levine). Weil bei einem traumatischen Ereignis zu viel, zu heftig, zu schnell und zu plötzlich passiert ist, gilt es eine Wiederholung desselben bei der Aufarbeitung durch titriertes Arbeiten zu vermeiden. Dabei wird bewusst der Prozess verlangsamt, die Zeit ausgedehnt und das traumatische Erlebnis in kleinen Dosierungen verarbeitet. Es geht darum, genau die Menge zu finden, womit die Klient*innen sich sicher fühlen und die verdaubar ist. Dadurch wird zum einen Retraumatisierung verhindert und zum anderen kann der Organismus durch das Dehnen der Zeit unvollendete Reaktionen komplettieren und das Nervensystem wieder in die optimale Energiezone zurückfinden.
    Wir werden titriertes in der übungszentrierten Arbeit als auch in der Arbeit mit Berührung auf der Liege erforschen und praktizieren.
  • Beim Pendeln geht es um ein Wechseln bzw. Hin- und Herbewegen zwischen Expansion/Ressource oder Neutralem und Kontraktion/traumatischer Erinnerung/Problem. Durch Pendeln kommt ein Prozess in Gang und Energie wird in Fluss und Bewegung gebracht. Auch hier ist auf die Dosierung zu achten – nicht zu oft pendeln und nicht zu viel Energie auf einmal in Bewegung bringen – siehe oben.
    Wir werden Pendeln in der übungszentrierten Arbeit als auch in der Arbeit mit Berührung auf der Liege erforschen und praktizieren.
 

Inhalte des 4. Moduls/Wochenendes: Fördern von Ressourcen und Resilienz sowie gesunden Grenzen

In diesem Modul steht noch einmal ausführlicher das Fördern von Ressourcen und Resilienz im besonderen Zusammenhang mit der Arbeit an gesunden Grenzen sowohl in der übungszentrierten Arbeit als auch in der Arbeit mit Berührung auf der Liege im Mittelpunkt.
  • „Ressourcen sind Kraftquellen, die den Menschen unterstützen, sich auf die große Vielfalt der im Leben auftretenden Situationen und Anforderungen kontinuierlich einzustellen sowie angemessen und wirksam zu reagieren. Sie sind Grundlage für Wohlbefinden, Lebendigkeit und Kreativität. Sie helfen, Veränderungen anzugehen und Neues zu wagen“ (Faller 2019).
    „Unter Resilienz wird die Stärke eines Menschen verstanden, widrige Lebensbedingungen ohne anhaltende psychische, körperliche oder soziale Beeinträchtigungen zu meistern“ (Mergenthaler 2012) und die Fähigkeit, sich an Veränderungen anzupassen und sich neu erfinden können.
    Wir werden vielfältige atempädagogische Interventionen erforschen, die Ressourcen und Resilienz stärken, insbesondere jene, die zum einen für die Aufabeitung der jeweiligen traumatischen Erfahrung und zum anderen auch für das Gestalten und Wahren gesunder Grenzen wesentlich bzw. hilfreich sind.
  • Bei Trauma passiert immer eine Verletzung von Grenzen mit spezifischen Folgen. Dabei spielen die verschiedenen Arten und Funktionen von Grenzen eine wichtige Rolle und es entstehen als Folge unterschiedliche Grenzstile.
    Wir werden vielfältige atempädagogische Interventionen erforschen, die gesunde Grenzen stärken und Klient*innen ermutigen, je nach Situation selbstbestimmt und klar „Ja“ oder „Nein“ zu sagen und differenziert ihre Anliegen, Bedürfnisse und Wünsche zu äußern. Dadurch entstehen Sicherheit und erfüllter Kontakt.
 

Inhalte des 5. Moduls/Wochenendes: Ausbreiten bzw. Entladen von Energie und Komplettieren von Reaktionen

In diesem Modul stehen wohldosiertes Ausbreiten bzw. Entladen von Energie und Komplettieren von unvollendeten Reaktionen durch Arbeit an den Gelenken der Extremitäten (der Peripherie) sowohl in der übungszentrierten Arbeit als auch in der Behandlungsarbeit auf der Liege im Mittelpunkt.
Die Gelenke werden in der Middendorf-Lehre als wichtige Übergänge, Verbindungen und Schlüsselstellen für Durchlässigkeit gesehen. In Somatic Experiencing (SE) werden sie als Behältnisse für Affekt und Regulatoren für die Bewegung von Energiezuständen gesehen und eröffnen sie oft Zugang zu unvollständigen Überlebensreaktionen und Selbstschutzversuchen.
Wir werden atempädagogische Arbeitsweisen als auch SE-Interventionen unter Berücksichtigung dieser Aspekte anwenden und wichtige Erfahrungen wie Bewegungsfreiheit, Kohärenz und Containment unterstützen.
 

Inhalte des 6. Moduls/Wochenendes: Vertiefung, Raum für Aktuelles und Offenes, Integration und Abschluss

Beschreibungen dazu folgen demnächst.
 
Stand: 4. Januar 2021 (Änderungen vorbehalten)
 
 

Termine

1. Modul/Wochenende: 11. – 13. Februar 2022 (Online)
2. Modul/Wochenende: 10. – 12. Juni 2022
3. Modul/Wochenende: 07. – 09. Oktober 2022
4. Modul/Wochenende: 03. – 05. Februar 2023
5. Modul/Wochenende: 16. – 18. Juni 2023
6. Modul/Wochenende: 06. – 08. Oktober 2023
Stand: 19. Januar 2022 (Änderungen vorbehalten)
 
 

Voraussetzungen

Voraussetzungen für die Teilnahme an dieser Weiterbildung sind eine abgeschlossene Ausbildung in Atempädagogik/-therapie, die sowohl übungsorientierten Gruppen- und Einzelunterricht als auch Einzelunterricht auf der Liege beinhaltet und der Besuch eines Intros.

 
 

Gebühr

1500,– EUR, die in Teilen zu jeweils 250,– EUR vor den jeweiligen Wochenenden zu zahlen sind.
 
 

Ort

Triveni Zentrum, Breslauer Straße 15, 82194 Gröbenzell, Deutschland
 
 

Log In zum internen Bereich

Die Teilnehmer*innen an der Weiterbildung erhalten Zugang zu einem internen Bereich, in dem sie Skripten, Protokolle, Audioaufnahmen von Vorträgen, Videos von Atem-Übungseinheiten und Demonstrationen von Interventionen, Fachartikel usw. downloaden bzw. anhören und ansehen können.  Log In.
 
 
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